Typische Brotaufstriche aus dem Rhein-Main-Gebiet

Aktualisiert: 23. Apr. 2021

Unsere Lieblingsrezepte für die beiden wahren lokalen Spezialitäten: Frankfurter Grie Soß und Meenzer Spundekäs


Seit wir angefangen haben, unsere Brote selbst zu backen, hat sich nicht nur unsere Wertschätzung für das Brot an sich und das Handwerk dahinter vervielfacht. Auch die Art und Weise, wie wir Brot konsumieren, ist seither eine andere.

Seitdem wir aber verstehen, wie viel Zeit und Geduld in ein gutes Brot fließt, nehmen wir uns umso bewusster den Raum für eine Brotzeit. Dann wird der Tisch gedeckt, frisches Gemüse geschnitten und gerne auch mal der ein oder andere besondere Brotaufstrich gereicht.

Wir wären nicht die Gebrüder Brot, wenn wir uns hier nicht ebenso selbst ausprobiert hätten. Und wir wären auch keine echten Jungs aus dem Rhein-Main-Gebiet, wenn wir uns hierbei nicht früher oder später an die beiden wahren lokalen Spezialitäten gewagt hätten: Frankfurter Grie Soß und Meenzer Spundekäs! Unsere Rezepte für beide möchten wir gerne mit euch teilen. Dazu empfehlen wir jeweils ein kräftiges, kerniges Brot - beispielsweise den Starken Hans und den Gestiefelten Kater - und das entsprechende Lokalgetränk, also Apfel- bzw. Weißwein.

Die Frankfurter Grüne Sauce, oder auch Grie Soß, ist in freier Wildbahn meist eher auf Porzellantellern in direkter Nähe mit Pellkartoffeln und gekochten Eiern zu finden. Ihre sieben Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Kresse, Kerbel, Boretsch, Pimpinelle und Sauerampfer) lernen Frankfurter Kinder bereits zeitgleich mit dem kleinen Einmaleins und den Torschützen im DFB-Pokalfinale gegen die Bayern. Mit den ersten Zubereitungsversuchen versauen sie dann gerne mal die elterliche Küche - der Genuss bleibt aber lange darüber hinaus bestehen, ebenso wie die Flecken auf der Rauhfasertapete. Mit etwas Kreativität lässt sich Ersterer aber auch in Form eines Aufstrichs aufs Abendbrot bringen!

Ihr benötigt hierfür (aka Einkaufsliste):

  • 100 g Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Kresse, Kerbel, Boretsch, Pimpinelle und Sauerampfer; habt ihr nicht zugehört?!)

  • 250 g Naturfrischkäse

  • 1/2 TL Salz

  • Etwas schwarzer Pfeffer

  • 1 TL Senf

  • 4 Eier

Und so wird es gemacht:

  1. Kräuter waschen, ggf. von harten Stielen befreien und fein hacken.

  2. Die Eier hart kochen, schälen und das Eigelb vom Eiweiß trennen. Das Eiweiß in kleine Würfel schneiden; das Eigelb zerdrücken und mit Senf zu einer dicken Paste verrühren.

  3. Diese anschließend mit dem Frischkäse vermengen, Kräuter und Eier unterheben und schließlich mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Als vegane Variante könnt ihr gerne auf einen alternativen Frischkäse zurückgreifen und die Eier durch Kala Namak ersetzen.


Wer auf der anderen Rheinseite zum Schobbe eingeladen ist, freut sich hingegen häufig auf den ebenso unverzichtbaren Mainzer, äh, Meenzer Spundekäs der ortsansässigen Straußenwirtschaften. Jede von ihnen hat natürlich ein eigenes, über Generationen weitergegebenes Familienrezept. Innerhalb der Familie Brot teilen wir also selbstverständlich auch unsere Variante!

Ihr benötigt hierfür (aka Einkaufsliste):

  • 250 g Butter

  • 600 g Frischkäse

  • 750 g Quark, (40% Fett)

  • 2 Knoblauchzehe(n)

  • 5 TL Paprikapulver, edelsüß

  • Salz & Pfeffer

  • 1/2 Zwiebel zum Garnieren

Und so wird es gemacht:

  1. Weiche Butter mit Frischkäse und Quark mischen - nicht zu lange, aber grundsätzlich von Hand!

  2. Den Knoblauch schälen, klein hacken und unter die Masse heben.

  3. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen, bis der Spundekäs eine hellrote Farbe annimmt.

  4. Gerne über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Kurz vor dem Servieren eine halbe Zwiebel schneiden und damit den Spundekäs garnieren.

Eine favorisierte vegane Variante haben wir noch nicht, teilt uns euren Vorschlag daher gerne mit!

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