Kleine Getreidekunde | Dinkel


In der dritten Runde unserer Getreidekunde widmen wir uns Dinkel. Hierbei denken wir zunächst einmal an dickeres, weicheres Korn und fluffiges Dinkelbrot. Wieder aber können wir uns aber nicht zu 100 % vom Weizen lösen; denn Dinkel ist der Gattung des Weizens zuzuordnen und eng verwandt mit Weichweizen. Dieser ist als wirtschaftlich bedeutendste Getreideart natürlich ein mächtiger Konkurrent. Dinkel selbst hat aber auch seine Vorzüge – den ein oder anderen möchten wir euch hier vorstellen.

Zunächst einmal ist Dinkel eines der bekömmlichsten Getreide. Dinkel gilt – selbst bei Nahrungsmittelallergien – als äußerst verträglich und scheint eine insgesamt harmonisierende Wirkung auf den Körper, insbesondere auf die Verdauung, zu haben. Dabei stellt dieses Wunderkorn selbst keine großen Ansprüche an den Boden auf dem er wächst, gedeiht lediglich schlecht in stark stickstoffhaltiger Erde. Auch gegen raues Klima ist Dinkel gewappnet. Seine Achillesferse ist die Anfälligkeit für verschiedene Erkrankungen, die seiner größeren Ausbreitung im Wege stehen. Dinkel springt außerdem schlecht auf chemische Düngemittel an, wohingegen der Ertrag von Weizen durch Zugabe künstlichen Düngers drastisch gesteigert werden kann. Da auch seine Weiterverarbeitung im Vergleich zu Weizen aufwändiger ist, da seine Körner in einem extra Arbeitsschritt von den Spelzen getrennt werden müssen, ist Dinkel gesamtwirtschaftlich zwar weniger bedeutsam, wird aber dennoch oft zur Erzeugung von Bio-Produkten in der ökologischen Landwirtschaft genutzt. Ihr seht also: mit Dinkel gönnt ihr euch ein echtes Premiumprodukt!

Einen Fakt haben wir noch für euch: Grünkern ist nichts anderes als zwei bis drei Wochen vor seiner Reife geernteter Dinkel! Es wird vermutet, dass man Grünkern vor rund 300 Jahren zufällig entdeckte, als sintflutartiger Regen die Dinkelernte zu vernichten drohte. Um zu retten, was noch zu retten war, erntete man das unreife Korn bevor es verfaulte, darrte es – und war schließlich überrascht, wie würzig und gut Dinkel auch in dieser Variante schmeckte.

Dinkel war also vielleicht lange Zeit in Vergessenheit geraten, erfährt aber schon seit einigen Jahren seine wohlverdiente Renaissance. Wir finden das super!

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