Kleine Getreidekunde | Roggen


Wenn wir "Roggen" hören, dann mögen einigen von uns nicht allzu viele Verwendungsmöglichkeiten in der heimischen Küche einfallen. In der heimischen Backstube sieht das hingegen ganz anders aus. Ob als reines Roggenbrot, als Mischbrot mit anderen Getreidesorten oder als Pumpernickel - hier ist Roggen gar nicht wegzudenken. Das Roggen-Vollkornbrot wurde 2020, und da war die Welt noch in Ordnung, vom Deutschen Brotinstitut sogar zum Brot des Jahres gekürt. Wir finden: die müssen es wissen! Und: Grund genug, sich den Getreide-Klassiker etwas genauer anzuschauen.

Roggen wuchs ursprünglich als Wildgras im Orient. Vor mehr als 2000 Jahren kam er nach Mitteleuropa und breitete sich allmählich aus, da er robuster gegenüber Trockenheit, Kälte und Nährstoffmangel war (und ist). So wurde Roggen zum wichtigsten Brotgetreide im heutigen Deutschland und blieb das auch für über 1200 Jahre - häufig nannte man Roggen schlicht "Korn". Besonderheiten der Pflanze sind ihre tiefreichenden Wurzeln, der hohe Wuchs, die langen Grannen an den Ähren und die blaugrüne Farbe des Getreides. Verglichen mit Weizen ist Roggen allerdings weniger ertragreich; so konnte Weizen im wahrsten Sinne des Wortes wieder Boden gut machen.

Im Vergleich zu anderen Getreidesorten enthält Roggen ausgewiesen viele Ballaststoffe, daher ist er sehr sättigend. Das trägt auch dazu bei, den Cholesterin- und Glukosespiegel im Blut zu senken. Außerdem liefert Roggen dem Körper die Vitamine E und B1 sowie wertvolle Spurenelemente und Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium. Auch Gluten ist in Roggen enthalten, allerdings deutlich weniger als in Weizen. In der Backküche verhält sich Roggen naturgemäß ebenfalls anders als Weizen. Im Gegensatz zu Produkten aus Weizenmehl haben Roggenbrote und -brötchen weniger Poren und sind kompakter als Weizengebäck. Ganz zu schweigen von der dunkleren Krume natürlich!


Außerdem wird auch der begehrte Sauerteig, Grundlage für viele Brot-Köstlichkeiten, meistens aus Roggen hergestellt.

Ihr seht, Roggen ist extrem vielseitig. Wir raten also: einfach mal ausprobieren! Und ihr solltet nicht nach dem Brot aufhören - wie wäre es zum Beispiel mit einer Quiche? Oder Pizza? Einfach ein wenig experimentieren!


Übrigens: in unserem gestiefelten Kater steckt auch jede Menge gutes Vollkorn-Roggenmehl ;-)



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